Kapitalanlagerecht

Kapitalanlagerecht

Im Kapitalanlagenbereich werden Verbraucher oft mit undurchsichtigen Angeboten konfrontiert, die nicht selten unseriös oder gar betrügerisch sind.

Es werden Renditen und lukrative Wiederverkaufsmöglichkeiten versprochen, die häufig nicht zutreffen.

Wir haben uns durch jahrelang erfolgreicher Prozesse ein reichhaltiges juristisches Wissen in der Bearbeitung wirtschaftlicher Rechtsfälle erarbeitet und dieses Wissen in einer Vielzahl erfolgreicher Prozesse für unsere Mandanten umgesetzt.

Aktuelles

Auch 3. Kündigungsmöglichkeit bei der DSS Premium KG beschert herbe Verluste!

(01.08.2014) Vernichteten bei der DSS Vermögensverwaltung GmbH & Co. Premium KG zum 31.12.2011 und 31.12.2012 die Verluste über die Laufzeit rd. 76% der Einlage der Anleger, sind es nunmehr zum Stichtag 31.12.2013 78%, trotz der angeblich positiven Wertentwicklung seit Ende 2011, über die der Geschäftsbericht 2012 berichtete.

Von eingezahlten 10.500 EUR (incl. Agio) verbleiben den Anlegern ganze 2.862,40 EUR übrig, obwohl ihnen von den Vermittlern eine Kapitalgarantie einer europäischen Großbank für ihre Einlage vorgegaukelt wurde. Letztes Jahr waren es noch 3.167,04 EUR. Warum dieser Wert sich nach der angebotenen Vertragsverlängerung um 5 Jahre verbessern soll, erfährt der Anleger nicht. Auch auf Nachfrage erfährt der Anleger nicht, welche Jahresfehlbeträge die Gesellschaft jährlich erzielt oder dem Anleger zugewiesen hat. Auskünfte zu den Investitionen werden nicht erteilt, noch nicht einmal zu den Laufzeiten der verschiedenen Zertifikate, und die Homepage weist für die Premium KG nach 2011 überhaupt kein neu erworbenes Zertifikat mehr aus.

Die auf der Homepage der DSS dargestellten Entwicklung „der Zertifikate, in welche die Investitionen über die Lebensversicherungsverträge erfolgten“ zeigt im Übrigen, dass die Finanzkrise (die sich offenbar nur bei der DSS noch so lange hält) wohl kaum die Ursache für die Verluste sein kann. Von den dort dargestellten acht Zertifikaten, an denen die DSS in nicht genannter Höhe irgendwie mittelbar beteiligt sein will, befinden sich zum Stand Ende 2013

- drei im Plus, ca. 105-111% (Juni 2009, Juli 2010, Mai 2011),

- zwei in etwa bei 100% (Februar 2007, Mai 2007),

- zwei knapp unter 100%, etwa bei 95% (April 2009, Dezember 2009) und nur

- eines deutlicher im Minus, etwa bei 80% (Dezember 2006).

An diesen Zertifikaten und der Finanzkrise liegen die Verluste in Höhe von 78% der Einlage also nicht. Diese erklären nicht einmal 20% Verluste. Fündig wird man hierzu eher im Mittelverwendungsbericht der Gesellschaft, der deutlich zeigt, dass erst einmal der Vertrieb und die Initiatorengesellschaften versorgt wurden. Insbesondere die vorschüssige Verprovisionierung der Ratenverträge mit Einmalanlageanteil (hier wird die Provision für eine Rate, die z.B. erst in 29 Jahren eingeht bereits mit Eingang der ersten Rate des Gesellschafters gezahlt) führt dazu, dass Aufwand entsteht (der zu einem Verlust führt oder ihn vergrößert) und liquide Mittel für Investitionen fehlen.

Die dargestellten Werte der Zertifikate zeigen auch, dass allein die Kapitalgarantie nicht zu einer merklichen Verbesserung des Anlageergebnisses führen wird, denn dies würde ja nur die drei Zertifikate betreffen, die Ende 2013 unter der 100%-Marke lagen. Zudem betrifft dies zwei Zertifikate aus 2009, die – wenn auch diese jeweils 10 Jahre Laufzeit haben – zum Kündigungstermin in 5 Jahren noch nicht fällig sind.

Die Zertifikate zeigen meist seit etwa Mitte 2011 eine Aufwärtsbewegung. Der zum Vergleich auf der Homepage der DSS dargestellte DAX stieg seitdem ebenfalls. Von Jahresende 2011 bis Jahresende 2013 von 5.898,35 auf 9.552,16 Punkte, also rd. 62%. Nur das Auseinandersetzungsguthaben der Anleger der DSS steigt nicht. Sogar der Anteil der stillen Reserven verringerte sich.

Bei den Einmalanlegern der DSS Vermögensverwaltung GmbH & Co. 1. KG hat es die gleiche Geschäftsführung geschafft nach 10 Jahren sogar Verluste in Höhe von 133% (!) der Einlage anzuhäufen. Vorteil für die Verantwortlichen: Bis zur Mitteilung des Totalverlustes sind Schadensersatzansprüche gegen sie verjährt. Dies droht auch Anlegern, die sich auf die fünfjährige Vertragsverlängerung einlassen. Dies ist wohl auch der einzige Grund, warum eine feste Verlängerung von genau 5 Jahren ohne vorzeitige Kündigung angeboten wird!

Anleger die bei Erwerb der Beteiligung an der DSS Vermögensverwaltung GmbH & Co. Premium KG unzureichend bzw. fehlerhaft beraten oder sogar arglistig getäuscht wurden, haben gegenüber den Gründungsgesellschaftern, den Initiatoren und den Anlageberatern einen Schadensersatzanspruch. Die angebliche Kapitalgarantie wurde bewusst irreführend dargestellt. Die werblich herausgestellte Kapitalverdopplung in 5 Jahren war angesichts der tatsächlichen Planungsrechnung völlig unplausibel.

Anleger der DSS-Fonds sollten daher rechtzeitig Ihre Ansprüche rechtlich prüfen lassen.


Autor: Jürgen Naumer

Rechtsanwaltskanzlei Naumer & Naumann

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