Kapitalanlagerecht

Kapitalanlagerecht

Im Kapitalanlagenbereich werden Verbraucher oft mit undurchsichtigen Angeboten konfrontiert, die nicht selten unseriös oder gar betrügerisch sind.

Es werden Renditen und lukrative Wiederverkaufsmöglichkeiten versprochen, die häufig nicht zutreffen.

Wir haben uns durch jahrelang erfolgreicher Prozesse ein reichhaltiges juristisches Wissen in der Bearbeitung wirtschaftlicher Rechtsfälle erarbeitet und dieses Wissen in einer Vielzahl erfolgreicher Prozesse für unsere Mandanten umgesetzt.

Aktuelles

Gesellschafterversammlung bei der Opalenburg SafeInvest KG

Am 28.11.2017 soll auch bei der Opalenburg Vermögensverwaltung GmbH & Co. SafeInvest KG eine sehr kurzfristig anberaumte Gesellschafterversammlung mit weitreichenden Beschlüssen stattfinden.

Zum 31.12.2015 weist die Gesellschaft Einlagen von Anlegern von rd. 9,18 Mio. € aus und eine stille Einlage von 2,36 Mio. EUR. Da die Immobilien zum großen Teil kreditfinanziert sind (mit rd. 8,3 Mio. €), steht diesen Einlagen lediglich ein Fondsvermögen von rd. 4.36 Mio. € gegenüber. Den Kommanditisten / Treugebern wurden bislang rd. 52% Verluste (bezogen auf ihre Einlage) zugewiesen.

Von einer Gewinnsituation ist die Gesellschaft weit entfernt: Im Geschäftsjahr 2015 stehen den Erträgen der Gesellschaft von rd. 527.000,00 € Aufwendungen von 1.13 Mio. € gegenüber. Allein die Zinsaufwendungen von 526.886,00 € fressen schon die Erträge auf. Hinzu kommen Bewirtschaftungskosten von 334.897,00 € und Verwaltungsaufwendungen (im wesentlichen für die Geschäftsführung) von 158.629,00 €. Wie die Gesellschaft diese auf Verlust angelegte Geschäftsentwicklung stoppen will, erschließt sich aus dem Jahresbericht 2015 nicht.

Statt nun in dieser Situation auf die Kostenbremse zu treten, sorgt sich der Vorstand allein darum, das “Stigma des Grauen Kapitalmarktes“ loszuwerden. Die Opalenburg Vermögensverwaltung AG ist nach eigener Darstellung eine AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft, die nach § 44 KAGB durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) registriert wurde. Warum jetzt eine weitere geschäftsführende Kommanditistin, eine „aif invest S.a.r.l.“ (Geschäftsführer und Gesellschafter ist hier ebenfalls Herr Staratschek, der Vorstand der Opalenburg AG) bestellt werden soll, erschließt sich daher schon rein logisch nicht. Warum sollte eine luxemburgische Finanzaufsicht besser sein als die deutsche Aufsichtsbehörde BaFin, um dem „Makel des Grauen Kapitalmarktes“ abzustreifen? Also liegt auch hier – wie bei dem Austausch des Treuhänders – eine vorgeschobene Begründung vor, der tatsächliche Zweck dieser Aktionen bleibt verborgen.

Die Gesellschafter sollen der Geschäftsführung eine Vergütung genehmigen, die deshalb angefallen ist, weil diese die Jahresabschlüsse nicht rechtrzeitig erstellt hat und die neue Geschäftsführung “Unregelmäßigkeiten in der Buchführung” beseitigen musste, die die alte Geschäftsführung verursacht hat. Zudem sollen die Gesellschafter den Jahresabschluss 2016 genehmigen, der ihnen – entgegen den Vorschriften des Gesellschaftsvertrages – bisher gar nicht vorliegt und der auch von dem Wirtschaftsprüfer noch nicht uneingeschränkt bestätigt wurde.

Die Anleger sollen auch in dieser Gesellschafterversammlung offenbar wieder überrumpelt werden, um undurchsichtige Beschlüsse durchsetzen zu können, denen nicht nur der Sinn, sondern auch die Logik in der Begründung fehlt und beschließen, dass sie die Fehler der Geschäftsführung bezahlen.

Anlegern ist daher dringend zu empfehlen, sich möglichst schnell anwaltlichen Rat zu suchen, damit Nachteile vermieden werden können und gegen die Beschlüsse zu stimmen bzw. den Treuhandkommanditisten entsprechend anzuweisen.



Autor: RA Jürgen Naumer

Rechtsanwaltskanzlei Naumer & Naumann

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