Kapitalanlagerecht

Kapitalanlagerecht

Im Kapitalanlagenbereich werden Verbraucher oft mit undurchsichtigen Angeboten konfrontiert, die nicht selten unseriös oder gar betrügerisch sind.

Es werden Renditen und lukrative Wiederverkaufsmöglichkeiten versprochen, die häufig nicht zutreffen.

Wir haben uns durch jahrelang erfolgreicher Prozesse ein reichhaltiges juristisches Wissen in der Bearbeitung wirtschaftlicher Rechtsfälle erarbeitet und dieses Wissen in einer Vielzahl erfolgreicher Prozesse für unsere Mandanten umgesetzt.

Aktuelles

Verwirrspiel bei den Opalenburg Fonds

(Sep. 2017) Die Opalenburg-Fonds

• Opalenburg Vermögensverwaltung GmbH & Co. SafeInvest KG
• Opalenburg Vermögensverwaltung GmbH & Co. SafeInvest 2 KG
• Opalenburg Vermögensverwaltung GmbH & Co. Opportunity KG

schreiben weiterhin rote Zahlen. Während der Jahresabschluss 2015 der SafeInvest KG Erträge aus „Sachwerten“ von rd. 509.000 € aufführt, stehen dem u.a. allein Zinsen aus der Kreditaufnahme von 527.000 €, Bewirtschaftungskosten von 335.000 € oder eine Verwaltungsvergütung von 159.000 € gegenüber. Die Erträge decken nicht einmal die Kreditzinsen. Wie die Gesellschaft dieses strukturelle jährliche Defizit beseitigen will, bleibt völlig unklar. Die Entwicklung „entspreche nicht den Erwartungen“ sagt die Geschäftsführung hierzu im Geschäftsbericht 2015.

Die SafeInvest 2. KG kann es auch nicht besser: Den Erträgen aus Sachwerten von 56.000 € steht ein Aufwand von 66.000 € für Zinsen und Bewirtschaftungskosten gegenüber. Allerdings meint derselbe Geschäftsführer bei diesem Nachfolgefonds, diese Entwicklung „entspreche den Erwartungen“. Offensichtlich kennt der neue Vorstand nicht die Erwartungen der Fondsanleger. Den Anlegern wurde auch dieser Fonds als sichere Geldanlage („SafeInvest“) angeboten und nicht als eine Investition, bei der der Vorstand die jährlichen Verluste durch zu geringe Erträge und zu hohe Kosten für „den Erwartungen entsprechend“ hält. Hätte bei Erwerb des Fonds der Emissionsprospekt darauf hingewiesen, dass die Geschäftsführung die Erzielung von immer weiteren Verlusten als „den Erwartungen entsprechend“ hält oder Verluste statt Gewinne erwartet werden, wäre wohl kaum ein Anleger dem Fonds beigetreten. Auch ist die Gesellschaft sich noch nicht mal sicher, wann sie die Platzierungsphase beendet hat. Einmal endete sie 2010, an anderer Stelle in den Erläuterungen zum Jahresabschluss am 31.12.2012.

Die Opalenburg-Fonds investieren konzeptgemäß in Immobilien/ Immobiliengesellschaften oder betreiben Immobilienhandel. Hierbei soll sich aufgrund der „hohen Immobilienkompetenz“ der Schlüsselpersonen der Anbieterin die Möglichkeit von „Schnäppchen“ ergeben (Prospekt des Opportunity-Fonds). Klingt wie ein Immobilienmärchen und ist auch eines:
Die versammelte Kompetenz der Schlüsselpersonen hat statt „Schnäppchen“ den Anlegern bisher nur massive Verluste beschert. Zudem hat der Vorstand mit beworbener Immobilienkompetenz das sinkende Schiff Ende 2014 verlassen, weil er offensichtlich die staatliche Aufsichtsbehörde (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, BAFin) im Rahmen der Einführung der Überwachung der Opalenburg AG durch das neue KAGB (Kapitalanlagegesetzbuch) nicht von seiner Eignung oder Kompetenz überzeugen konnte.

Bei der SafeInvest KG standen bei „Abgang“ des Vorstandes Eckerle den Einzahlungen der Kommanditisten von 8,66 Mio. € Verluste von 4,17 Mio. € gegenüber, d.h. fast die Hälfte der Anlegergelder waren zum 31.12.2014 durch Verluste vernichtet. Der Jahresabschluss der SafeInvest 2 KG zu 2014 enthält entsprechende Daten nicht, ausweislich des ausführlicheren Jahresabschlusses 2015 stehen hier allerdings zum 31.12.15 Einzahlungen der Kommanditisten von 3,9 Mio. € Verluste von 3 Mio. € gegenüber, so dass hier sogar rd. 77% (also mehr als drei Viertel) der Anlegergelder durch Verluste verloren sind. Warum dieses Ergebnis nach Meinung des Vorstandes “den Erwartungen entsprechen soll”, erschließt sich für uns nicht. Diese Erwartung wurde im Prospekt ganz anders dargestellt.

Dubioser Austausch des Treuhandkommanditisten

Jetzt will ausgerechnet der ehemalige Vorstand Thomas Eckerle durch eine undurchsichtige Unterwanderung der Verträge mit dem bisherigen Treuhandkommanditisten die Rolle des Treuhandkommanditisten übernehmen. Er hat die angeblich fehlerhaften Jahresabschlüsse, die jetzt sämtlichst berichtigt worden sind, selbst als Geschäftsführer erstellt, schuld soll aber der Steuerberater sein, der gleichzeitig Geschäftsführer der bisherigen Treuhandkommanditistin ist. Die bisherige Treuhandkommanditistin soll ausgetauscht werden, weil deren Geschäftsführer angeblich in seiner weiteren Funkion als Steuerberater der Fonds für die „Unregelmäßigen“ bei den Jahresabschlüssen verantwortlich sei. Derjenige, der diese Jahresabschlüsse aber tatsächlich als damaliger Geschäftsführer der Opalenburg-Fonds erstellt und zu verantworten hat und der den Fonds die hohen Verluste beschert hat, soll nun ausgerechnet stattdessen Treuhandkommanditist werden? Unterzeichnet hat diese Jahresabschlüsse mit “Unregelmäßigkeiten” sämtlichst der Alleinvorstand Thomas Eckerle. Diese beabsichtigte Veränderung ist folglich völlig unsinnig und unlogisch, so dass diese Begründung nur vorgeschoben sein kann, denn hier wird der Bock zum Gärtner gemacht.

Risikobeteiligung mit geplanten Anlaufverlusten

Bei den Opalenburg-Fonds handelt es sich um risikoreiche Kommanditbeteiligungen mit hohen Emissionskosten, bei der offenbar die Kosten für Ratenanleger vorgezogen werden, so dass zu Beginn nur wenige Mittel zum Investieren verbleiben. Eine Investition in Immobilien mag risikoärmer sein als eine in Aktien, Finanzinstrumente, Zertifikate etc., da ihr der Sachwert der Immobilien gegenübersteht. Die Immobilien sind jedoch zu einem Großteil auch fremdfinanziert, z.B. lt. Jahresabschluss der SafeInvest KG 2015 bis zu 122,8% (!) des Verkehrswertes, so dass der Sachwert nicht den Anleger, sondern die Bank absichert. Insgesamt soll sich bei der SafeInvest KG eine Fremdkapitalquote von immerhin 67,43 % ergeben. Damit ist die Anlage deutlich risikoreicher als ein auf Eigenkapital vertrauender Fonds, insbesondere wenn die Kreditzinsen nicht aus den Immobilienerträgen aufgebracht werden können.

Beratungsfehler

Der Vermittler/Berater hat Sie als Anleger anleger- und anlagegerecht zu beraten und sie insbesondere auf die Risiken dieser Anlage hinzuweisen. Bei solchen komplizierten KG-Beteiligungen über einen Treuhänder ist eine umfassende Erläuterung der wirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Auswirkungen erforderlich, d.h. die Vermittlung ist sehr beratungsintensiv, weil sie zu den kompliziertesten Anlageformen gehört. Oftmals kann oder will der Vemittler dies nicht leisten, denn wenn die Risiken korrekt dargestellt würden, würde er wohl vielmals keinen Abschluss tätigen. Wie das ZDF-Magazin „Frontal 21“ im April 2017 berichtete, scheint dies bei der Vermittlung der Opalenburg Fonds eine korrekte Beratung oftmals nicht der Fall vorhanden gewesen zu sein. Auch die Süddeutsche Zeitung berichtete im April über dubiose Vertriebsmethoden bei den Opalenburg-Fonds.

Anleger müssen jetzt handeln

Sie als Anleger müssen sich nicht mit diesen Verlusten abfinden, denn ihnen wurde ja eine sicherheits- und renditeorientierte Vermögensanlage versprochen, eine „hochrentable Investitionsmöglichkeit“ mit einer Geschäftsführung, die „jahrzehntelange Erfahrung im Immobilienmarkt“ versprach.

Anleger die bei Erwerb der Beteiligung an den Fonds der Opalenburg unzureichend bzw. fehlerhaft beraten oder sogar arglistig getäuscht wurden, haben gegenüber den Gründungsgesellschaftern, den Initiatoren und den Anlageberatern einen Schadensersatzanspruch und gegenüber dem Fonds ein außerordentliches Kündigungsrecht. Möglicherweise wurden Sie auch durch „Unregelmäßigkeiten“ bei den Jahresabschlüssen über die Werthaltigkeit ihrer Kapitalanlage getäuscht. Anleger der Opalenburg-Fonds sollten daher jetzt Ihre Ansprüche rechtlich prüfen lassen.

Hierbei kann Eile geboten sein, denn bei Anlegern mit Beteiligungsabschlüssen 2007 und 2008 droht mittlerweile auch die absolute 10-jährige Verjährung, die mit Beteiligungsabschluss zu laufen beginnt.

Zögern Sie nicht, uns Ihre Beteiligungsunterlagen per Post oder Mail zukommen zu lassen. Nach kostenloser Sichtung der Unterlagen können wir eine erste Einschätzung geben, auch zu den entstehenden Kosten bei einer Beauftragung und den Risiken der weiteren Vorgehensweise.

Auch wenn Sie von den Opalenburg-Fonds mit einer Klage auf Zahlung rückständiger Monatsraten überzogen werden, sollte Sie zunächst unseren Rat einholen, um nicht weiteres Geld zu verlieren bzw. den Schaden zu begrenzen.



Autor: RA Jürgen Naumer

Rechtsanwaltskanzlei Naumer & Naumann

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