Kapitalanlagerecht

Kapitalanlagerecht

Im Kapitalanlagenbereich werden Verbraucher oft mit undurchsichtigen Angeboten konfrontiert, die nicht selten unseriös oder gar betrügerisch sind.

Es werden Renditen und lukrative Wiederverkaufsmöglichkeiten versprochen, die häufig nicht zutreffen.

Wir haben uns durch jahrelang erfolgreicher Prozesse ein reichhaltiges juristisches Wissen in der Bearbeitung wirtschaftlicher Rechtsfälle erarbeitet und dieses Wissen in einer Vielzahl erfolgreicher Prozesse für unsere Mandanten umgesetzt.

Aktuelles

Graumarkt-Fonds – 10-jährige Verjährung beachten!

(Mai 2018) Anleger von sog. Graumarktfonds sollten die 10-jährige Verjährung seit Beitritt im Auge behalten. Dies sind Fonds, die in dem nicht überwachten Kapitalmarkt emittierten und deren Vermittler häufig nicht die nötige Ausbildung besaßen und die nötigen Produktschulungen erhielten, um spekulative Unternehmensbeteiligungen mit allen ihren Risiken, Haftungsverhältnissen und Nachteilen einem Kapitalanleger zu erklären.

Häufig wurden solch spekulative Fonds mit geplanten hohen Verlustzuweisungen, einem erheblichen Totalverlustrisiko und sogar mit Fremdkapitaleinsatz oder riskante Private Equity- oder Venture Capital-Investitionen als sichere Altersvorsorgemöglichkeit vermittelt. Unter dem Deckmantel der ergänzenden Altersvorsorge, die ja von Experten und von Seiten der Regierung zur Auffüllung der gesetzlichen Rente empfohlen wird, werden hierfür ungeeignete Fonds angeboten, die sich häufig durch hohe Provisionen und üppige Konzeptionsgebühren auszeichnen. Diese werden meist auch bei Rateneinlagen vorschüssig ausgezahlt und führen dann regelmäßig dazu, dass gerade am Anfang zu wenig Gelder zum Investieren verbleiben und damit die prognostizierte Rendite – zum Teil sogar drastisch – verfehlt wird.

Zu nennen sind hier z.B. Fonds der DSS Vermögensverwaltung, der RWB-Gruppe (3. RWB PrivateCapital PLUSsystem GmbH, 3. RWB PrivateCapital GmbH & Co. KG, RWB Global Market Fonds, RWB Special Market Fonds u.a.), die Opalenburg Fonds, die V+ Fondsgesellschaften oder auch Wohnungsgenossenschaften wie die Wohnungsgenossenschaft Grundwerte eG.

Anleger die bei Erwerb einer solchen Beteiligung unzureichend bzw. fehlerhaft beraten oder sogar arglistig getäuscht wurden, haben gegenüber den Gründungsgesellschaftern, den Initiatoren und den Anlageberatern einen Schadensersatzanspruch. Diese Ansprüche verjähren allerdings 10 Jahre nach Beitritt, also meist zu einem Zeitpunkt, der vor der erstmöglichen Kündigungsmöglichkeit liegt. D.h. der Anleger bemerkt erst nach Erhalt einer verlustreichen Abrechnung, dass die Anlage keineswegs auf Sicherheit und Rendite, sondern auf Spekulation und Generierung hoher Provisionen und Gebühren für Vermittler und Initiatoren ausgelegt war.
Anleger solcher Fonds sollten also schon vor Ablauf der Vertragsdauer Angaben zu Werthaltigkeit oder voraussichtlichen Höhe des Auseinandersetzungsguthabens anfordern oder anfragen, in welcher Höhe bisher Auseinandersetzungsguthaben ausgezahlt wurden, wenn es zuvor schon Kündigungsmöglichkeiten für andere Anleger gab.

Wenn Sie sich als Anleger bei Vermittlung ihrer Beteiligung an einem sog. geschlossenen Fonds der damit verbundenen Risiken (bis hin zum Totalverlust) nicht bewusst waren und hierüber von Ihrem Anlageberater/Anlagevermittler unvollständig oder fehlerhaft aufgeklärt und beraten oder gar arglistig getäuscht wurden, sollten Sie prüfen lassen, ob die Möglichkeit besteht, ihre Beteiligung vorzeitig aus wichtigem Grund außerordentlich zu kündigen und bei eingetretenen Verlusten Schadensersatz gegenüber den Initiatoren, Gründungsgesellschaftern oder dem Vermittler geltend zu machen.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Frage der weiteren Verfahrensweise gegenüber solchen Fonds.

Autor: Rechtsanwalt Jürgen Naumer




(Bildquelle oben und Übersichtsseite: pixabay.com)

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